4 Meldungen, die wir mögen/nicht mögen

Diese Meldungen der letzten Monate haben uns erfreut oder eher traurig gestimmt.

Die guten Meldungen zuerst: 

1. Unterstützer gegen Plastikmüll

Die Kosmetikmarke CD hilft One Earth – One Ocean e.V. weiterhin dabei, Investoren zu finden, um das Konzept der Maritimen Müllabfuhr MS Seekuh zu verwirklichen und um gegen die Verschmutzung der Meere zu kämpfen. Denn die Zukunft der Meere benötigt eine ganze Flotte an Seekühen, die vollautomatisch mit erneuerbaren Energien angetrieben die Küsten abfahren und den Müll einsammeln. Neben Bau und Stapellauf begleitet CD auch die Fahrten des aufwendig entwickelten Katamarans.

2. Faires Berlin

Im Rahmen der Messe Bazaar in Berlin erhielt die deutsche Hauptstadt Anfang November 2018 die Auszeichnung Fairtrade Town – und das nicht nur in Teilen, sondern als Ganzes. Stadtteile wie Pankow, Charlottenburg und Mitte haben es vorgemacht; sie tragen bereits diesen Titel. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop nahm die Urkunde vom Transfair-Vorstandsvorsitzenden  Dieter Overatz entgegen.

Fairtrade Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Und das nicht ohne Grund, denn das Thema fairer Handel liegt im Trend. In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen.

3. Britisches Königshaus trägt fair und Öko

Kürzlich wurde Prinz Harrys Ehefrau Herzogin Meghan in Öko-Sneakern des französischen Labels Veja gesichtet. Das läßt hoffen, dass eco-fairer Mode in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit zuteil wird.

Denn allzu gerne läßt sich die Damenwelt von royalen Trendsetterinnen schließlich zur Nachahmung inspirieren.

4. Großartiger Erfolg im Himalaja

235 Tiger wurden aktuell in Nepal gezählt. Damit ist die Zahl der bedrohten Großkatzen von 121 im Jahr 2009 bis heute immens gestiegen. Wenn sich dieser positive Trend fortsetzt, wird Nepal wohl als erstes Tigerland das Ziel erreichen, die Zahl seiner frei lebenden Tiger bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln. Dieses wurde 2010 auf den Tigergipfel in Sankt Petersburg von 13 Tigerstaaten formuliert, in denen heute noch Tiger leben oder vor nicht zu langer Zeit vorkamen. Das Jahr 2022 gilt nicht nur als realistische , sondern auch als symbolische Zielmarke, denn es wird laut chinesischem Kalender wieder das Jahr des Tigers sein.


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Die 4 traurigen Meldungen:

1. Tiere on the road

Das Plenum des Bundestags hat Anträge der Grünen und der FDP zu Langstreckentransporten in Drittländer final abgelehnt, nachdem diese auch im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages keine Mehrheit gefunden hatten.

Die Grünen forderten in ihrem Antrag ein Aussetzen der Transporte – so lange bis die Vorgaben der EU-Verordnung zu Lebendtiertransporten in Drittstaaten wirklich eingehalten werden – sowie begrenzte Transportzeiten. Die FDP forderte die Unterbindung der Transporte, wenn diese nicht den europarechtlichen Mindeststandards entsprechen, sowie die Einhaltung der EU_Verordung mit entsprechenden Kontrollen.


2. Betäubungslose Ferkelkastration verlängert

Eigentlich sollte das Kastrieren von Ferkeln ohne Betäubung ab 2019 verboten werden – doch jetzt bleibt diese Praxis wohl erstmal erlaubt. Darauf verständigten sich die Spitzen der großen Koalition. Vor allem die Grünen kritisieren die Entscheidung scharf.

Mit Mehrheit der Abgeordneten der CDU, CSU, SPD und der AfD wurde am 29.November 2018 im Deutschen Bundestag entschieden, die Qualen der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre – bis 2020 – zu verlängern.

Notfalls wäre eine weitere Übergangsfrist um drei Monate akzeptabel gewesen, die Verlängerung um zwei Jahre sei völlig unnötig. „Was hat die SPD da geritten, nun als Partei, die etwas für den Tierschutz tun will, einem solchen Ergebnis zuzustimmen?“ Der gelernte Landwirt plädierte für eine Vollnarkose für die Kastration der Ferkel, die 80 Sekunden dauere. Nach einem Kurzschlaf seien die Tiere wieder quietschfidel.

Die diskutierte Lokalanästhesie sei zwar schmerzlindernd, schalte den Schmerz aber nicht aus – das werde in Zukunft aber vorgeschrieben. Ostendorff zeigte sich enttäuscht, dass die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) keine Bewegung in das Bemühen zum Schutz der Ferkel schon ab nächstem Jahr gebracht habe. „Frau Klöckner lächelt das nur weg.“

Eigentlich wurde bereits 2013 beschlossen, dass die schmerzhafte Kastration von Ferkeln ohne Betäubung in spätestens 5 Jahren eine Beendigung finden sollte. Man ließ jedoch die Zeit ungenutzt verstreichen, sodass es für die bisherige Praxis keine Alternative gibt.

Alles nur, weil Menschen andere Lebewesen, in diesem Fall Schwein essen wollen! Unfassbar.

3. Ostsee-Fangquoten nicht nachhaltig

Die EU-Fischereiminister haben Mitte Oktober für zehn Fischbestände in der Ostsee die Fangquoten für 2019 beschlossen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Our Fish kritisieren, dass sich die EU-Fischereiminister mit der Entscheidung über rechtliche und wissenschaftliche Vorgaben hinwegsetzen. Nicht alle der beschlossenen Fangquoten sind nachhaltig. Die Mitgliedstaaten verstoßen damit gegen ihre rechtliche Verpflichtung von 2014, die Überfischung in den europäischen Gewässern bis 2015 und in Ausnahmefällen bis spätestens 2020 zu beenden.

4. Mikroplastik auch im menschlichen Körper

In einer Pilotstudie des Umweltbundesamts Österreich und der Medizinischen Universität Wien wurde erstmals Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt – und das bei allen der acht internationalen Teilnehmer. Diese, fünf Frauen und drei Männer im Alter von 33 bis 65 Jahren, leben in Finnland, den Niederlanden, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Japan und Österreich. Sie führten eine Woche lang ein Ernährungstagebuch und gaben anschließend eine Stuhlprobe ab. Alle Teilnehmer konsumierten in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen, die Mehrzahl von ihnen verzehrte Fisch bzw. Meeresfrüchte, und niemand ernährte sich ausschließlich vegetarisch.



Ein schreckliches Bild, wie ich finde. Was aber für viele Menschen ganz normal ist.
Es sind Lebewesen. Sie möchten LEBEN! Stattdessen werden sie aufgespiesst, bei lebendigem Leibe. In was für einer Welt leben wir nur?

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