Hirse – ein sehr unterschätztes Getreide

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Hirse

Hirse hat viele Nährstoffe und gutes Eiweiß

Die Hirse ist ein sehr mineralstoffreiches und eiweißreiches Getreide. In Hirse sind FluorSchwefelPhosphorMagnesiumKalium und im Vergleich zu anderen Getreiden besonders viel Silizium (Kieselsäure), Eisen und Vitamin B6 enthalten. In Hirse befinden sich 11g Eiweiß pro 100g. Als Vergleich zu einem Ei: Ein Ei hat rund 7g Eiweiß. Dann nur mal nebenbei noch erwähnt: Nüsse haben natürlich nochmals mehr Eiweiß pro 100g. Nämlich so durchschnittlich 26g pro 100g. Und gekochte Linsen haben 12g Eiweiß pro 100g. Das wir mal dazu, dass wir Veganer ja Probleme mit unserem Eiweißspiegel haben. Ist nämlich gar nicht so. Außerdem solltest du natürlich sowieso mehr Kohlenhydrate als Eiweiß zu dir nehmen. So, das nur mal so nebenbei.

Glutenfreie Möglichkeit

Im Handel üblich ist die von Schalen befreite Hirse („Goldhirse“). Es gibt daneben die ungeschälte Hirse, in der die meisten an den Schalen haftenden Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sind, sowie die dunkelschalige Braunhirse. Möglicherweise ist jedoch der Blausäuregehalt besonders bei roher Hirse nicht ganz unbedenklich. Hirse kann zur Herstellung glutenfreier Backwaren verwendet werden. In vielen Gebieten Afrikas und Asiens sind die unterschiedlichen Hirsearten Hauptnahrungsmittel, werden allerdings zunehmend durch Mais verdrängt. Kolbenhirse dient als Nahrung und in Osteuropa als Viehfutter, in Europa und Nordamerika zudem als Vogelfutter für die Ziervogelhaltung.

Hirse für Vögel

Grundlage für Bier

Hirse ist darüber hinaus die Grundlage einiger traditioneller Biere, zum Beispiel Dolo in Westafrika, Pombe in Ostafrika und Merisa im Sudan. In Äthiopien ist die Hirseart Teff die wichtigste Nahrungspflanze der Menschen. Industriell wird Hirse von einigen spezialisierten Brauereien zur Herstellung von glutenfreiem Bier für Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) genutzt. In China werden aus Hirse eine Reihe von Spirituosen gebrannt, der bekannteste chinesische Hirseschnaps ist Maotai.

Hirsefeld in Afrika
Afrikanisches Hirsefeld

 

Hirse ist eine Sammelbezeichnung für kleinfrüchtiges Spelzgetreide mit 10–12 Gattungen. Sie gehören zur Familie der Süßgräser. Der früher auch männlich gebrauchte Name Hirse stammt aus dem Altgermanischen und ist von einem indogermanischen Wort für „Sättigung, Nährung, Nahrhaftigkeit“ abgeleitet . Hirse diente bereits vor 8000 Jahren dazu, ungesäuertes Fladenbrot herzustellen. In China wird Rispenhirse seit mindestens 4000 Jahren landwirtschaftlich genutzt. Die Rispenhirse oder Echte Hirse wurde früher auch in Europa als Nahrungsmittel angebaut.

Geschichte der Hirse

Die beiden ältesten Funde von Rispenhirse in Deutschland (Nähe Leipzig und Kreis Hadersleben) stammen aus der Zeit der Linienbandkeramik (Altneolithikum 5500–4900 v. Chr.). Im Altertum und Mittelalter zählten die unterschiedlichen Hirsearten zum meistangebauten Getreide. Durch Ausgrabungen in Mittel- und Norddeutschland ist ebenso der Hirseanbau in der vorrömischen Eisenzeit sowie der römischen Zeit (1.–3. Jahrhundert n. Chr.) belegt. In der frühen Neuzeit wurden sie in Europa durch die Einfuhr von Kartoffel und Mais fast völlig verdrängt. Im Himalayagebiet wird aus verschiedenen Sorten ein schwachalkoholisches Bier gebraut. Auf dem Balkan, in der Türkei und in Zentralasien trinkt man ein schwachalkoholisches Getränk namens Boza, welches (ursprünglich) auf Hirsemalz basiert. Gästen des Hunnenkönigs Attila wurde ausschließlich Hirse gereicht. Um die Gesundheit und Kraft zu stärken, empfahl der griechische Philosoph Pythagoras die Hirse.

Hirsepflanze

Hirse hat gegenüber Mais den großen Vorteil, dass die Ernte selbst bei sehr schlechtem Wetter fast nie komplett ausfällt. Im Übrigen solltest du bei allen Obst-, Gemüse,- und Getreidesorten darauf achten, dass es eine alte Sorte ist. „Neue“ Sorten wurden so genmanipuliert, dass sie kaum bis gar nichts mehr von den üblichen Nährstoffen enthalten.

Ich mag Hirse so gerne. Ich stehe ja so auf Hirsesalat. Und bisher hatte ich mir diesen ab und zu gekauft. Er ist ja nicht der günstigste Salat. Also habe ich ihn mir vor einigen Wochen das erste Mal selbst gemacht. Wenn du Newsletter-AbonnentIn bist, dann hast du ja das Rezept für meinen Hirsesalat direkt in dein Postfach bekommen. Wenn du kein AbonnentIn meines Newsletters bist, kannst du dich gerne dazu eintragen, damit du zukünftig auch so gut versorgt bist. Wenn du auf meine Website gehst, erscheint automatisch ein Pop-up für die Anmeldung zum Newsletter. Du kannst dich natürlich auch jederzeit wieder abmelden.

Du kannst natürlich auch andere Salatvariationen und sogar Hirsepudding herstellen.

Einen schönen Wochenbeginn! Bleibe oder werde gesund!

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Quellen: Auszug aus dem Buch Medical Food von Anthony Williams

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