Ist Trockenobst gesund?

Trockenfrüchte auf einem Markt

Getrocknete Bananen, Datteln und Co. allesamt lecker. Aber ist Trockenobst auch gesund? Welche Unterschiede gibt es zu frischem Obst? Diese Fragen möchte ich heute klären.

Wie wird Obst getrocknet?

Frisches Obst hat einen sehr hohen Wasseranteil, um die 80% – 90%. Wenn diese Flüssigkeit durch Wärmezufuhr verdunstet, entsteht das Trockenobst. Dann sind max. noch 1/4 Feuchtigkeit enthalten. Durch Entzug des Wassers (also trocknen oder dörren) werden Früchte und Obst länger haltbar gemacht. Das war früher und ist heute also die Konservierung. Früher wurde dazu in sehr heißen Ländern einfach die Sonne dafür genutzt. Und auch heute noch wird in einzelnen Ländern die Sonne als Trocknungs, -und somit als Konservierungsverfahren ausgewählt.

Datteln am Baum.Frisches Obst vs. Trockenobst

Durch den Verlust des Wassers verändert sich auch die Nährstoffdichte. Doch sowohl die Hauptnährstoffe wie Kohlenhydrate, als auch Ballaststoffe, Mineralien sowie das Vitamin A (Retinoläquivalent) bleiben durch den Trocknungsprozess noch erhalten (Gyurova et Enikova, 2014). All das ist in deutlich konzentrierter Form enthalten, hat somit also mehr von allem. Also auch mehr Zucker/Energie, Kalorien. (Hernández-Alonso et al., 2017)

Es gibt noch eine Methode der Trocknung: z.B. die Gefriertrocknung, bei der Früchten/Obst im Vakuum auf schonende Weise Wasser entzogen wird. Die ursprüngliche Farbe des Obstes/der Früchte bleibt sogar noch erhalten. Allerdings ist die Gefriertrocknung enorm energieaufwendig (Rehrmann, 2007). Und somit eher nicht so umweltschonend.

Bei den sogenannten Softfrüchten werden die getrockneten Produkte mit Wasserdampf behandelt, wobei sie einen Teil ihres Wassergehaltes wieder zurückerhalten (Rehrmann, 2007).

Wie du deine Früchte, dein Obst selbst trocknen kannst, verrate ich dir am Ende des Beitrags.

AprikosenVorteile/Nachteile von Trockenobst

Was sind jetzt die Vorteile und was die Nachteile von Trockenobst? Ob Trockenobst gesund ist, hängt zuerst vom Verarbeitungsprozess ab.

Vorteil: Wenn Früchte und Obst schonend getrocknet werden, enthalten sie noch viele tolle Nährstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen sowie Kalzium. Auch die wichtigen Ballaststoffe sind noch reichlich vorhanden.

Nachteil: Frisches Obst hat ja, wie ich weiter oben bereits erwähnte, 80%-90% Wasser, und somit ca. 1/10 (ein Zehntel) aus Zucker. Getrocknetes Obst wird ja das Wasser entzogen, und besteht dann ca. zu 50% aus Zucker. Dieser Zucker ist zwar, im Gegensatz zu dem raffiniertem Zucker gesund, aber bitte trotzdem auch nur in Massen essen. Denn auch dieser Zucker ist für Karies verantwortlich.

Die hitzeinstabilen Vitamine, wie z.B. Vitamin C gehen zu 50% – 70% verloren. (Rehrmann, 2007; BLS).

Frische FeigenBeispiel 1: wenn wir 250g Trockenobst (Feige) haben möchten, benötigen wir 1kg frische Feigen.
Beispiel 2: herkömmliche Bananenchips sind nicht schonend getrocknete, sondern gefriergetrocknete Bananenscheiben, und zusätzlich noch frittiert und gezuckert (Rehrmann, 2007).

Getrocknete BananenEin paar Beispiele für Trockenobst: Apfel, Ananas, Aprikose, Cranberry, Dattel, Feige, Mango, Pflaume, Pfirsich, Rosine.
Fazit: Je verarbeiteter das Trockenobst ist, umso ungesünder ist es also. 

Wie kannst du selbst Trockenobst herstellen?

Du kannst entweder im Backofen (Umluft und 50 Grad) oder im Dörrgerät dein Obst trocknen. Im Backofen dauert es länger, somit wird mehr Energie benötigt. Im Dörrgerät hast du Rohkostqualität (bis 40 Grad), es bleiben dann auch noch die hitzeinstabilen Nährstoffe weitestgehend erhalten. Dazu kannst du dir für den Anfang ein ganz einfaches Dörrgerät kaufen. Meines hat um die € 35 gekostet, bei Conrad. (Dies ist unbezahlte Werbung.)

Wie kannst du trocknen/dörren?

Je dünner die Obstscheiben sind, desto kürzer ist die Dörrzeit. Du schneidest das Obst/die Früchte z.B. in dünne Scheiben. Diese legst du dann auf das Dörrgitter. Ein paar Stunden (ca. 6-8Std.) müssen sie dann trocknen. Lasse sie bitte auch auskühlen. Dann kannst du sie in ein Schraubglas geben und hast bis zu einem Jahr Trockenfrüchte, die du dann bei Bedarf als Snack oder vor dem Sport als Energieschub vernaschen kannst.

Ich liebe ja meine selbst gemachten Bananen-oder Mangocrepes. Dazu gibst du z.B. eine Banane/Mango in deinen Hochleistungsmixer (oder du zermatscht sie so, bis keine Stücke mehr sind) und gibst diese Masse dann auf ein Gitter im Dörrgerät. Du solltest auf das Gitter z.B. dieses wieder verwendbare Backpapier nehmen, sonst würde dir die Masse herunter laufen. Du solltest es dann ca. 8 Std. trocknen, am besten über Nacht. Dann hast du schwupp di wupp morgens leckere Crepes. Die Bananen-Masse, also der Crepe wird dann schön weich, wie ein Crepe eben. Die Crepes kannst du dann noch z.B. mit Beeren, einer leckeren Creme etc. füllen. Nach einer gewissen Zeit an der Luft wird dann der Crepe härter, knuspriger. Am besten bereitest du alles vor und isst den Crepe noch warm direkt aus dem Dörrgerät. Sooooo lecker.

Diesen Artikel kannst du auch zeitgleich auf meinem Podcast hören. Ich freue mich natürlich immer sehr über Fotos deiner Kreationen. Und auch eine positive Bewertung von dir bei Itunes finde ich prima. Vielen Dank! ❤️

Einen schönen Wochenbeginn! Bleibe oder werde gesund.

Deine Nicole

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