Was machst du, wenn du ein Tier auf der Straße liegen siehst?

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Tierliebe: Eine Katze auf der Straße.
Foto: Simone Dalmeri, unsplash.com

DER HASE

Mir ist es einmal so ergangen, dass ich auf einer Straße in Berlin schon von etwas weiter entfernt etwas auf der Strasse liegen oder sitzen sah. Ich bin langsam herangefahren, da sah ich, dass dort ein Tier, riesengroßer Hase sitzt. Der aber noch lebte. Mit Hasen kenne ich mich überhaupt nicht aus. Hinterher erfuhr ich, dass diese sehr sensibel sind und ein kleiner Schrecken für sie schon tödlich sein kann.

Ich habe direkt auf der Strasse angehalten und bin sofort zu dem Hasen gegangen. Die anderen Autos haben natürlich wie wild gehupt, dass ich für ein Tier anhalte, aber das war mir egal. Und das sollte dir auch egal sein. Andere möchten natürlich pünktlich zur Arbeit oder Ähnliches, aber sie konnten ja vorbei fahren. Es war ja Platz vorhanden.

Lasse dich nicht davon abbringen dem Tier zu helfen.

Also, es waren dann auch einige Nachbarn auf dem Fußgängerweg und eine Hausmeisterin. Erst rief ich die Polizei an. Da ich nicht viel zu dem Zustand des Tieres sagen konnte, sagte der Polizist: Wir haben Wichtigeres zu tun und legte auf. Dann rief ich in einer Tierarztpraxis an, die ich online über mein Handy gefunden hatte. Zum Glück gibt es das Internet, und auch das mobile Internet. Die Tierarztpraxis sagte dann nur, dass sie nicht rausfahren können. Das einzige, was ich für das Tier machen kann, ist den Hasen zu bringen. Ich war schon sehr enttäuscht, dass so wenig ausgebildete und dafür zuständige Menschen nicht halfen (konnten).

Ich sagte dann zu der Hausmeisterin und den Nachbarn, dass ich den Hasen zum Tierarzt fahre, weil man ja nie weiß, ob er innere Verletzungen hat. Denn Blut war keines zu sehen. Die Hausmeisterin und eine Nachbarin brachten mir dann auch eine Wanne und eine Decke. Ich versprach beides dann wieder zurück bringen. Sicherlich musste ich auch zur Arbeit bzw. hatte einen Auftrag zu erledigen, denn ich war bereits Freiberuflerin. Aber ich konnte doch das Tier nicht einfach da liegen bzw. sitzen lassen.

Ein Mann hat dann das Tier in die Wanne gelegt, die schön weich mit der Decke ausgelegt war. Ich habe die Wanne dann auf meinen Beifahrersitz gestellt und bin wie eine Irre zum Tierarzt gefahren. Unterwegs habe ich immer versucht den Hasen zu beruhigen, und mit ihm gesprochen.

Vor Ort angekommen habe ich in einem Halteverbot geparkt. Nur schnell den Hasen hinein bringen. Die wußten ja Bescheid, da ich vorher beim Anruf gesagt hatte, dass ich ihn bringe. Ich wartete vor Ort, bis sie ihn untersucht hatten. Puh war ich froh, dass ich ihn dort hingebracht hatte. Ich dachte, es wird alles gut.

Kurze Zeit später aber kam eine Helferin zu mir und sagte, dass der Hase verstorben sei. Er hatte zu viele innere Verletzungen. Und es müßte wohl ein Zuchthase gewesen sein, so sieht kein normaler Hase aus. Ich weinte und weinte. Ich machte mir Vorwürfe, dass ich nicht irgendwie schneller gefahren bin oder eine andere Lösung oder einen anderen Tierarzt gefunden hatte, der vielleicht näher war. Aber ich glaube, dass er schon in meinem Auto gestorben ist, da er auf einmal im Auto so ganz kurz zuckte.

Also wie auch immer: das sind die Möglichkeiten, die du hast. Polizei anrufen, Tierarzt anrufen.

DIE KATZE

Ein anderes Mal war ich gerade zu Fuß auf dem Weg zur Post, da hörte ich eine Katze laut miauen. Ich konnte es erst nicht genau zuordnen, von wo es kam. Dann sah ich sie, sie lag unter dem Auto und schrie nach Hilfe. Niemand stoppte, niemand half. Ich bückte mich, wollte ihr nicht weh tun. Dann sah ich eine Familie kommen, und fragte, ob sie mir helfen könnten. Sie sagten nein. Wie krass, und das vor kleinen Kindern. Was sind Tiere für solche Menschen? Egal. Ich konnte darüber nicht lange nachdenken.

Auf dem Fußweg lag eine Holz-Palette, weil dort zum Glück gerade etwas gebaut wurde. Ich holte mir die Palette und legte die Katze darauf. Da sie sich selbst unter dem Auto etwas erhöht gelegt hatte, nahm ich an, dass sie etwas mit der Lunge hatte. Dann legt man sich von alleine hoch, da dann die Schmerzen nicht ganz so stark sind. In der Nähe war eine Tierärztin. Als ich dort ankam, war die Praxis noch geschlossen, sie öffnete erst in einer halben Std. Ich klopfe so heftig gegen die Tür, bis jemand öffnete. Sie sagt: „Wir haben noch geschlossen“. Ich erklärte ihr den Fall, dann konnte ich hinein in die Praxis.

In aller Ruhe suchte sie nach dem Chip an der Katze und im Internet. Sie wollte erst einmal die Kostenübernahme klären, bevor sie ihre Arbeit beginnt. Wie kaltherzig. Und das ist eine Tierärztin? Sie gab der Katze dann wenigstens Schmerzmittel, nachdem ich mich aufregte. Dann legte sie die Katze in einen Aufwachraum, wo sonst die Tiere schlafen, wenn Sie operiert wurden. Aber die Palette packte sie dort mit hinein, so dass die Katze nicht hinaus schauen konnte. Also diese Tierärztin war unmöglich.

„Mehr kann ich nicht tun für die Katze“, sagte sie. Ich ging und wollte mich dann telefonisch melden, ob der oder Besitzer gefunden wurden. Es gibt nämlich eine Möglichkeit Tiere registrieren zu lassen. So kann jedes Tier gefunden werden und die Besitzer (und die Tiere natürlich auch) freuen sich dann auf das Wiedersehen. Die Internetadresse lautet: www.tasso.net. Die Mitarbeiter sind dort alle sehr, sehr nett und bemüht. Man kann dort anrufen. 

Als ich also wieder in der Tierarztpraxis anrief, sagte sie mir, dass sie die Besitzer gefunden haben. Ach, war ich froh. Aber gleich danach sagte sie mir auch, dass die Katze verstorben ist. Ich habe dann noch bei Tasso versucht die Nummer der Besitzer zu bekommen, weil mir die Tierärztin diese nicht geben wollte. Aus Datenschutzgründen. Doch ich nehme an, dass die Besitzer sicherlich wissen möchten wie die letzten Stunden Ihrer Katze waren, wie ich sie gefunden habe und so weiter.

Ich hinterließ meine Nummer bei Tasso, und tatsächlich rief mich die Besitzerin an. Sie erzählte mir, dass die Katze hätte operiert werden müssen, weil sie einen Lungenriss hatte und ich sie nicht zum Tierarzt hätte bringen sollen, sondern ins Krankenhaus. Wie krass. Wieso hat mir die Tierärztin gesagt, ich kann nichts weiter tun? Ich hätte die Katze sofort ins Krankenhaus gefahren, aber darauf bin ich selbst gar nicht gekommen. Hinterher habe ich mir sehr viele Vorwürfe gemacht und so viel geweint. Ich habe selbst eine Katze. Wenigstens konnte ich den Besitzern (1 junges Pärchen) noch die letzten Stunden erzählen. Sie war sehr nett und hat sich bei mir bedankt. Mich schockt aber immer wieder wie wenig einigen Menschen Tiere bedeutet und wie knallhart und kalt sie sein können.

DAS REHKITZ

Ein anderes Mal fuhr ich auf der Autobahn und sah am Zaun in Richtung Autobahn ein Rehkitz stehen, ganz verängstigt. Da rief ich dann auch die Polizei an. Da sollte ihr euch dann Folgendes merken: Auf welcher Autobahn befindet ihr euch, in welche Richtung, auf welcher Höhe genau. Dann wird die Polizei die jeweiligen Zuständigen benachrichtigen.

So, ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen mit meine Tips, und somit auch den Tieren, die du vielleicht findest. Leider haben nun meine beiden Fälle nicht überlebt, aber trotzdem mussten sie nicht alleine sterben, und die letzen Stunden/Minuten waren so etwas erträglicher.

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Ich wünsche dir einen tollen Wochenbeginn, bleibe oder werde gesund,

Deine Nicole

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